#090 Der Anfang aller Köstlichkeit - Wie sich unsere Ernährung entwickelt hat
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00:00:00: "Integrative Ernährung, ein Rezept, das wirkt einfach und effizient im Mittelpunkt der Mensch."
00:00:07: Hier im Podcast "Kost und Regie", "Integrative Ernährung für ein gesundes Leben" mit Dr.
00:00:13: Claudia Nichtall.
00:00:14: Die Zutaten, moderne Ernährungswissenschaft und Psychologie, traditionelle chinesische Medizin
00:00:21: und natürlich Claudia.
00:00:23: Und Action, hier ist "Kost und Regie".
00:00:27: Hallo, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von "Kost und Regie", der Podcast über
00:00:34: integrative Ernährung für ein gesundes Leben.
00:00:37: Heute nehme ich dich mit auf eine kleine Zeitreise und zwar nicht irgendeine, sondern
00:00:43: eine kulinarische Zeitreise durch, hoch genau hin, vier Milliarden Jahre.
00:00:51: Das klingt groß und gleichzeitig unglaublich alltags tauglich.
00:00:57: "Stell dir vor, du sitzt mit einer Kundin im Beratungsgespräch und sie fragt dich, warum
00:01:04: ist Kochen eigentlich so wichtig und ist Getreide wirklich so schlimm wie alle sagen?"
00:01:11: Genau hier setzen wir heute an.
00:01:13: Ich stelle dir ein Buch vor, das mir in die Hände gefallen ist und das Buch hat mich unglaublich
00:01:20: inspiriert.
00:01:21: Es heißt "Der Anfang aller Köstlichkeit".
00:01:25: Es ist von Markus Benemann und wenn ich auf den Aufkleber auf dem Buch schau, war das
00:01:31: sogar ein Spiegel Bestseller.
00:01:33: Und keine Sorge, ich erzähle dir heute keine trockene Buchvorstellung, sondern wir holen
00:01:40: gemeinsam aus diesem tollen Buch Bilder, Geschichten und Aha-Momente, die du sofort für dich oder
00:01:47: auch in deinen Beratungsgesprächen, vielleicht auch in Vorträgen, in Workshops nutzen kannst.
00:01:55: Markus Benemann beschreibt nämlich Ernährung besonders spannend.
00:02:00: Es geht nicht um Nährstofftabellen oder Kalorien, sondern es geht um Geschichten, Geschichten,
00:02:08: die wirklich Milliarden Jahre zurückreichen und die so vieles erklären.
00:02:13: Zum Beispiel, warum wir Vitamin C brauchen oder warum auch das Kochen so ein Game-Changer
00:02:21: für unsere Menschheit war.
00:02:22: Bist du jetzt interessiert, ich hoffe schon, ich habe wirklich spannende Geschichten mitgebracht.
00:02:28: Da gibt es wirklich so Fragen, warum lieben wir die süßen Früchte, warum tut er uns
00:02:34: eine gekochte Suppe gut, warum würzen wir auch unser Essen und was hat Getreide oder
00:02:43: was haben auch Kartoffeln für einen Beitrag, damit wir uns so satt und auch genehrt fühlen.
00:02:50: Und genau da liegt die Antwort in unserer Evolution.
00:02:54: Wir sind heute die einzigen Lebewesen, die einzige Tierart im weitesten Sinne, neben
00:03:02: ein paar wenigen Ausnahmen, die Vitamin C nicht selbst herstellen kann.
00:03:06: Also wir Menschen sind nicht in der Lage, Vitamin C, die Ascorbin-Säure herzustellen.
00:03:14: Wir haben diese Fähigkeit im Laufe der Evolution verloren.
00:03:18: Das finde ich schon sehr spannend und die große Frage ist, warum haben wir diese Fähigkeit
00:03:23: verloren, weil es bedeutet im Umkehrschluss, ohne vitamin C-haltige Pflanzen würden wir
00:03:32: nicht überleben.
00:03:34: Und genau hier kommt für mich die Brücke zur Beratung.
00:03:38: Wenn du nämlich einer Kundin erklärst, dass sie die tägliche Portion Obst oder Gemüse
00:03:43: essen soll, dann ist es nicht nur ein Ernährungstipp, sondern es ist ein evolutionäres Überlebensprinzip.
00:03:51: Und dann hat der Apfel eine ganz neue Bedeutung.
00:03:55: Also insofern finde ich es immer ganz, ganz wichtig, sich auch ein bisschen mit diesen
00:04:00: evolutionären Zusammenhängen zu beschäftigen.
00:04:03: Also stell dir vielleicht vor, du sagst im Gespräch, in einem Workshop, in einem Vortrag,
00:04:09: wissen sie, wir sind eine Spezies, die ohne Vitamin C gar nicht existieren könnte und
00:04:17: plötzlich versteht deine Kundin dann, warum der Prokoli, warum die Beeren nicht nur eine
00:04:23: Option sind, sondern dass es wirklich lebenswichtig ist.
00:04:28: Also der evolutionäre Zugang, so wie er in einem Buch erklärte, ist, dass die Menschheit
00:04:35: wirklich die Fähigkeit verloren hat, Vitamin C selbst zu bilden, weil wir ja die Pflanzen
00:04:42: genutzt haben.
00:04:43: Dass Obst, das Gemüse und da das regelmäßig für uns verfügbar war, konnte der Körper
00:04:50: quasi die Funktion einstellen, Vitamin C zu bilden.
00:04:55: Der Körper hat das schlicht nicht mehr gebraucht und das finde ich schon super spannend.
00:05:03: Ich habe auch das Kapitel zur Entstehung vom Gemüse sehr verschlungen, also wo liegt
00:05:11: eigentlich so die Wurzel von unseren Gemüse, von den Landpflanzen, also die Landpflanzen
00:05:18: stammen letztendlich alle von Grünalgen ab, die sich eben dann aus dem Meer heraus
00:05:24: entwickelt haben.
00:05:25: Und seine erste echte Landpflanze war quasi ein stängeliges Graut und was kannst du
00:05:36: dir jetzt vorstellen unter so einem stängeligen Gemüse?
00:05:39: Also ein beliebter Stängelgemüse bei uns in Deutschland, Österreich, Schweiz ist zum
00:05:44: Beispiel der Spargel, der ist vor etwa 10 bis 15 Millionen Jahren im südlichen Afrika
00:05:51: entstanden.
00:05:52: Und das war eine sogenannte Blütenpflanze und die hat sich von dort auch nach Europa,
00:06:00: nach Asien ausgebreitet, wurde dann auch von den Römern schon als Heilpflanze genutzt
00:06:07: und so gab es ein paar von diesen Stängelgemüse.
00:06:11: Also da gehören auch die Bambo-Sprossen dazu, die kennst du vielleicht aus asiatischen
00:06:17: Gerichten, aus irgendeinem Teighörer, ebenfalls zum Stängelgemüse, zählt der Stauden-Sellerie
00:06:24: oder Stangen-Sellerie oder auch der Rababa, Rababa ist auch ein so ein Gemüse, auch die
00:06:31: Kohlgewächse kommen ursprünglich aus Afrika und haben sich dann verbreitet, die sind
00:06:36: auch etwa 20 Millionen Jahre alt und ich finde das wirklich ganz, ganz großartig, wie sich
00:06:43: da diese verschiedenen Sorten dann auch ausgebildet haben.
00:06:47: Also da brauchte es gar keine Gentechnik, da gab es einfach so wilde Eingreuzungen oder
00:06:54: auch in der Antike hat man dann schon angefangen, ein bisschen die Pflanze zu optimieren und
00:06:59: zu züchten und so sind dann die verschiedenen Kohlgemüse auch daraus entstanden.
00:07:05: Also Brokkoli, Blumenkohl, Kaffiol sagen wir in Österreich, Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl.
00:07:13: Und wir sehen, all das hat sich quasi aus diesem Urkohl herausgebildet und dieser Urkohl
00:07:23: den finden wir heute noch als Blütenpflanzen auch in Griechenland, also ich finde das sehr,
00:07:28: sehr spannend da ein bisschen einzutauchen und da eben so viele solche Pflanzen und Früchte
00:07:34: zur Verfügung stehen hat eben der Mensch aufhören können, Vitamin C selbst in seinem
00:07:41: Körper zu bilden.
00:07:43: Auf der anderen Seite haben wir zum Beispiel Vitamin B12, das ist ein Vitamin das auch
00:07:49: durch Fermentation entsteht, Kobalamin, Vitamin B12, das finden wir vor allem in Mikroorganismen
00:07:57: und damit auch in tierischen Produkten, im Fleisch.
00:08:01: Und wie oft diskutieren wir über vegane Ernährung?
00:08:04: Also es geht jetzt gar nicht so darum, ob man Fleisch ist oder nicht Fleisch, es geht um
00:08:11: Vitamin B12, es geht um Mikroorganismen, ist jetzt nicht sehr appetitlich, aber es gibt
00:08:18: Lebewesen, auch Tiere, die quasi den Denkot, die Ausscheidungen von anderen Essen oder auch
00:08:25: die eigenen, um sich eben mit diesen Nährstoffen zu versorgen, die sie irgendwie brauchen und
00:08:31: zum Glück gibt es aber heute Supplemente, das heißt wenn sich jemand vegan ernährt und
00:08:37: durch dieses Auslassen von tierischen Produkten in der Ernährung ist eben diese Gefahr oder
00:08:44: diese Möglichkeit, dass es so einem Mangel an Vitamin B12 kommt, dieser Mangel dritt
00:08:50: zum Glück nicht gleich auf, weil wir einen sehr guten Speicher haben in unserem Körper,
00:08:56: der 3-5 Jahre sogar anhält, also wir brauchen nicht sehr viel von diesem Vitamin B12, aber
00:09:02: von der Evolution hier gibt es wirklich Tiere, Lebewesen, die eben den Kot, die Ausscheidungen
00:09:09: von anderen Essen, um sich eben mit diesem Vitamin B12 zu versorgen, beziehungsweise sieht
00:09:15: man auch bei pflanzlich lebenden Tieren wie Schimbansen, Gorillas, Pavianen, dass die
00:09:24: durchaus auch Maden, Käfer, Kleintiere zu sich nehmen und das kenne ich auch, ich beschäftige
00:09:33: mich ja sehr mit veganer Ernährung, das scheint auch so zu sein, dass Menschen, die sich vegan
00:09:38: ernähren und die Bioprodukte zu sich nehmen, ist jetzt auch nicht so appetitlich, aber es
00:09:45: ist so, wenn wir einen Bio Salat zu uns nehmen, ist die Wahrscheinlichkeit ganz hoch, dass
00:09:51: da irgendwelche tierischen Mikroorganismen im Salatblatt irgendwo leben, vielleicht verschluckst
00:09:57: du auch beim Fahrrad, fahren wir mal eine Fliege und letztendlich ist das auch Vitamin B12,
00:10:03: was der Körper dann bekommt, aber wie gesagt zum Glück gibt es ja da auch Supplemente,
00:10:09: also Vitamin B12 ist auch so ein Nährstoff, den wir zu uns nehmen sollten.
00:10:17: Ja und das mit dem Kochen, das ist auch immer so eine große Frage, es gibt ja Ernährungsdrens,
00:10:24: die so in die Richtung gehen, alles muss roh sein, damit wir die Enzyme haben, von der
00:10:29: Evolution her gibt es wirklich diese Erkenntnisse, dass Kochen quasi der Turbo für unser Gehirn
00:10:37: war.
00:10:38: Also wir führen ja da immer wieder diese Diskussion in der Tcm, in der traditionell chinesischen
00:10:43: Medizin steht ja die Bekömmlichkeit ganz an der Spitze, dass wir sagen, wir möchten,
00:10:49: dass die Menschen das Essen gut verdauen können, dass sie keine Beschwerden haben,
00:10:53: dass sie keine Blähungen oder Unwohlsein im Bauch verspüren und da Menschen eine unterschiedliche
00:11:01: Verdauungskraft haben, verträgt nicht jeder, die Rohkost so gut und das dürften auch schon
00:11:07: die Nährndertalerinnen und unsere Vorfahren gemerkt haben, also wie sie das Feuer entdeckt
00:11:15: haben und wie sie angefangen haben, Nahrung zu kochen, durch das Erhitzen konnten die
00:11:22: Nährstoffe besser aufgenommen werden, das ist heute auch durch Studien bewiesen, also
00:11:27: es gibt zum Beispiel das Karotin, das Vitamin A in den Karotten, das steckt sehr in diesen
00:11:35: Faserstoffen drinnen und wenn wir jetzt eine plürierte Karottenzupe, eine Möhrenzupe
00:11:40: zubereiten, sind diese Nährstoffe viel besser verfügbar für uns.
00:11:44: Also es gibt natürlich Menschen, die haben eine sehr starke Verdauungskraft, die können
00:11:49: sich auch aus der Rohkost sehr gut alle Nährstoffe rausholen, aber wenn man empfindlicher ist,
00:11:56: wenn jemand zu Blähungen neigt, zu Verdauungsstörungen oder vielleicht sogar krankhafte Veränderungen
00:12:01: hat, Heizdaben, chronischenzündliche Damerkrankungen, dann ist Kochen definitiv eine Hilfe und
00:12:10: in der Evolution kann man das sehr gut nachvollziehen, also mit der Entdeckung des Feuers, mit dem
00:12:17: Erhitzen der Lebensmittel konnten wir Nährstoffe besser aufnehmen, mehr Energie daraus gewinnen
00:12:25: und letztendlich ist unser Gehirn dann auch gewachsen.
00:12:28: Das heißt, Kochen ist jetzt nix altmodisches oder nicht Schlimmes, im Gegenteil, es ist
00:12:36: das, was uns zum Menschen gemacht hat.
00:12:39: Also gekochte Mahlzeiten gaben uns mehr Stabilität, auch mehr Sicherheit, weil dadurch ja auch
00:12:45: Bakterien und schädliche Substanzen abgetötet wurden, also sobald du etwas erhitzt auf
00:12:51: etwa 70° sind die meisten Bakterien unschädlich, deshalb wird ja zum Beispiel Milch pasteurisiert,
00:13:00: das heißt auf 67° erhitzt, also so ab 70° sind die meisten Bakterien abgetötet, auch
00:13:09: wenn Wasser aufgekocht wird, sind die Bakterien und alles, was uns krank machen würde, abgetötet,
00:13:17: das heißt, das Kochen hat Wärme gegeben, hat Kraft gegeben und hat das Essen auch sicherer
00:13:27: gemacht und ich denke heute im Alltag ist gut eine Mischung zu finden, im Sommer darf
00:13:33: es auch einmal der frische Salat als Rohkost sein oder die Reifenfrüchte, aber generell
00:13:40: gerade wenn es chronische Verdauungsstörungen gibt, profitieren die Menschen vom Kochen
00:13:46: und das jetzt in so einer Evolutionsgeschichtlichen, in so einem Zusammenhang bestätigt zu bekommen,
00:13:53: finde ich sehr, sehr wertvoll für die Beratung.
00:13:57: Ja, was auch in der Beratung immer so ein Thema ist, ist eben das Würzen, vor allem
00:14:03: mit Salz, da ist auch ein sehr ausführliches Kapitel in diesem Buch, da geht es einerseits
00:14:11: einmal um unser Geschmacksempfinden, unsere Zunge hat ja Geschmacksknospen und auf unserer
00:14:18: Zunge können wir sowohl salzig, süß, sauer, bitter und herzhaft oder man nennt es dann
00:14:26: Omami, also diese fünfte Geschmacksrichtung ist Omami und jetzt fragst du dich vielleicht
00:14:31: ah wo ist Scharf, es schmeckt ja auch Scharf, Scharf ist kein Geschmack, sondern Scharf
00:14:38: ist eine Schmerzempfindung, also die fünf Geschmacksrichtungen die unsere Zunge schmecken
00:14:43: kann sind süß, salzig, sauer, bitter und herzhaft dieses Omami und das salzige, also
00:14:54: Salz ist auch ein ganz alter Geschmack, wo man in der Evolution auch sieht, einerseits
00:15:00: was wichtig, die Entdeckung des Salzes um auch Lebensmittel zu konservieren, um haltbar
00:15:06: zu machen und auch unsere nächsten Verwandten die Affen die sich hauptsächlich von Früchten
00:15:13: und pflanzlicher Kost ernähren, also die ergänzen das eben auch mit Insekten und so kleinen
00:15:20: tierischen Produkten um ihm auch so ein bisschen eine Würzung zu haben, man beobachtet auch
00:15:25: Elefanten die so in die Höhlen gehen um irgendwie das Salz von den Steinen zu schlecken, also
00:15:32: auch Tiere brauchen das, bei uns wird im Winter den Wild auch bei den Futterstellen so ein
00:15:39: Salzleckstein zur Verfügung gestellt, also Salz ist wichtig für uns, es ist chemisch
00:15:46: Natriumklorid und wir brauchen dieses Natrium auch für unseren Kreislauf, für unseren
00:15:51: Stoffwechsel und es gibt so die Sage oder den Mythos, dass das Wort Saläa, also Bezahlung
00:16:01: auf mit Salz, bezahlte römische Legionäre zurückgeht und auch Salat, das Wort Salat,
00:16:09: also das finde ich voll spannend, das Wort Salat scheint auf mit Salz gewürzten Grünzeug
00:16:17: zu gehen. Also, dass man halt wirklich etwas salzig gewürzt hat. Also, ich habe jetzt
00:16:24: einen ganz neuen Blick auf Salat. Ich selber mache Salat, also Blattsalat, eigentlich
00:16:30: nur mit Essig und Öl. Da kommt für mich überhaupt kein Salz dazu. Es schmeckt halt
00:16:35: sauer durch den Essig. Auch Salami ist eine Wurst, die mit Salz haltbar und schmackhaft
00:16:42: gemacht wurde. Also, es ist irgendwie spannend, da diese Zusammenhänge zu sehen, wie wir da
00:16:49: diese Lust auf Salz und wie früh Salz auch schon gewürzt haben. Trotzdem ist es beim
00:16:56: Salz wie beim Zucker. Wir müssen ein bisschen vorsichtig sein, dass wir nicht zu viel davon
00:17:02: zu uns nehmen und das ist jetzt wieder so ein wichtiges Thema für die Beratungspraxis.
00:17:07: Es gibt ja so die Empfehlung, das Salz ein bisschen zu reduzieren, weil der Blut Hochdruck
00:17:12: oder auch ein erhöhtes Risiko für Herzanfall und Schlaganfall mit zu viel Salz zusammenhängen.
00:17:20: Der Zusammenhang ist eben dieses Salz, dieses Natriumklorid. Das führt dann auch dazu,
00:17:26: dass wir zu viel Wasser im Körper haben, wodurch dann der Druck ansteigt, was auf
00:17:34: Dauer die Gefäße denieren und das Herz schädigen kann. Da werden die Zusammenhänge
00:17:39: noch erforscht und es schaut auch so aus, als reagieren Menschen individuell darauf.
00:17:45: Was mich nicht wundern würde, weil ich sage immer, was denn einem nähert, macht den anderen
00:17:50: krank. Es gibt allerdings so diese Empfehlungen, den Salzkonsum zu reduzieren. Der Konsum der
00:17:58: täglichen liegt laut den offiziellen Zahlen in Deutschland, vermutlich auch in Österreich
00:18:04: und in der Schweiz ist es ähnlich. Bei etwa 8 Gramm pro Tag bei Frauen und bei 10 Gramm
00:18:11: bei Männern, aber er sollte etwa die Hälfte sein, also so maximal 5 oder 6 Gramm. Das
00:18:18: ist in etwa 1 Teelöffel Salz pro Tag oder 100 Gramm Salami und ich denke mal, das Essen
00:18:25: manche schon mit einer Mahlzeit, auch mit dieser Unsitte, das oft beim Essen schon nachgesalzt
00:18:31: wird, bevor man es gekostet hat. Wichtiger Tipp für dich, für die Praxis, das wissen
00:18:37: viele nicht. Eines der salzigsten Lebensmittel, dass die Menschen im Alltag zu sich nehmen,
00:18:43: ist das Brot. Brot wird sehr stark gesalzen in unseren Breiten, also es gibt manche Kulturen,
00:18:51: die ungesalzenes Brot essen oder sehr wenig gesalzenes Brot, wir lieben es aber würzig
00:18:57: und deftig, das heißt im Brot verbirgt sich sehr viel Salz und wenn dann noch Käse drauf
00:19:04: ist, auch in Käse ist sehr viel Salz, weil der Käse wird ja auch in seinem Prozess,
00:19:11: dass er trocken wird, eingesalzen und salzig eingelegte Herrlinge sind auch sehr salzig.
00:19:18: Also dieses typische Essen, schnell eine Brotzeit, schnell eine Jause, liefert oft sehr viel
00:19:25: Salz, das heißt wenn wir es schaffen in der Beratung, die Menschen umzustellen, dass
00:19:31: sie wieder frisch kochen, dass sie mehr Gemüse essen, dass sie auch einmal Getreide kochen,
00:19:37: um einfach da auch mehr Abwechslung zu haben, dann reduziert sich automatisch der Salzgehalt.
00:19:44: Fertiggerichte, Chips sind natürlich auch sehr salzig.
00:19:48: Also wenn du Menschen hast mit Bluthochdruck, wenn wir das jetzt integrativ anschauen, hat
00:19:54: es oft auch mit sehr viel Blut und Säftemangel zu tun, dass die Menschen irgendwie ausgetrocknet
00:19:59: sind, dass sie gestaut sind, also wir können da noch ein bisschen detaillierter reingehen,
00:20:07: aber diese trockenen Mahlzeiten wie ein Käsebrot, salzige Chips sind definitiv nicht so zu
00:20:15: empfehlen und es wäre besser einen guten Eindruck, eine Suppe zu essen.
00:20:19: Ja vielleicht noch kleiner Fun Fact am Rande, das Salz wird uns nicht ausgehen, es gibt zwar
00:20:28: begrenzte Ressourcen auf unserer Welt, aber Salz haben wir noch sehr sehr viel zur Verfügung,
00:20:34: sowohl im Meer als auch im Boden und ich frage mich ein bisschen wie die Forscher und Forscherinnen
00:20:40: das berechnen, aber allein die Lagerstätten an Steinsalz werden auf etwa 100 Billionen
00:20:48: Tonnen beziffert, das ist eine Zahl die ich mir gar nicht vorstellen kann, aber das bedeutet,
00:20:54: dass wir noch etwa 400.000 Jahre genügend Salz für alle Menschen haben.
00:21:01: Also um den Salzkonsum brauchen wir uns jetzt keine Sorgen machen, sondern da ist eher
00:21:08: die Herausforderung für die Beratungspraxis, dass wir das reduzieren.
00:21:14: Ja und vielleicht so zum Abschluss noch, weil das auch immer wieder sein Thema in der Beratungspraxis
00:21:20: ist, deswegen habe ich das im Buch sehr interessiert gelesen, ist dieses Thema Brot Gluten.
00:21:28: Also Gluten ist ja ein Protein, das ist der Klebstoff in Getreide, der eben sowohl im
00:21:35: Mehl vorliegt und es gibt eben Menschen die dadurch Verdauungsprobleme bekommen, also
00:21:41: wir haben eine von tausend Personen die die Zöliakie hat, Zöliakie ist quasi eine echte
00:21:49: Allergieunverträglichkeit, also eine Krankheit, dass Menschen Gluten nicht verarbeiten können
00:21:54: und sie dadurch dann wirklich massive Darmbeschwerden haben und Entzündungen haben, wo man es wirklich
00:22:01: komplett meiden muss und dann gibt es aber immer mehr Menschen, die sowas wie eine Gluten-Sensativität
00:22:06: haben und denen liegt dann natürlich auch das Brot Schwer im Magen und ganz interessant,
00:22:13: Gluten ist eines der frühesten entdeckten Proteine und für mich war es auch spannend einmal
00:22:20: zu lernen, wo überhaupt der Begriff Eiweiß auch herkommt, also Gluten ist ein Eiweiß,
00:22:28: das im Getreide enthalten ist und der Begriff Eiweiß entstand, weil es im Ei klar dort
00:22:37: enthalten ist und das war quasi das erste entdeckte Protein und es ist immer die Frage, heißt
00:22:44: Gluten oder heißt Gluten und da kann ich dich beruhigen, es ist beides richtig, du kannst
00:22:52: es aussprechen, wie du möchtest, übersetzt, wenn man es vom Lateinischen her nimmt, bedeutet
00:22:59: Gluten oder Glukenleim und das ist eben ein Protein-Gemisch, das in Weizen vorkommt,
00:23:06: in Rocken, in Gerste, in Dinkel, auch in diesen alten Sorten, wie Emma und Einkorn und in
00:23:15: diesem Buch, wo das so ein bisschen evolutionsgeschichtlich betrachtet ist, sind Getreidekörner sowas wie die
00:23:21: Eier der Pflanzen, weil die ja auch in Form von Samen weitergetragen, weiter verbreitet
00:23:29: werden und sowohl die Eier haben quasi eine schützende Schale und ein Häutchen, der eben
00:23:35: den Embryo umschließt und beim Getreide heißt das eben Keimling und dort ist auch so eine
00:23:43: Art Dottter und Ei klar als Nahrung für diesen Keimling und dieses Ei klar in Getreidekörnern
00:23:51: ist quasi das Gluten, das macht aber manchen Probleme und was für mich neu war, was ich
00:23:58: in diesem Buch auch gelesen habe, ist erstens einmal diese vielen Sorten am Getreide, die
00:24:06: letztendlich Gräser sind, was es da so gibt und das sogar, wo man immer sagt, ist diese
00:24:13: Jäger und Sammler, wo es ja diese Paleo-Nährung gibt, also man hat wirklich sehr viel auch
00:24:21: gefunden an archäologischen Funden, wenn man das auch chemisch untersucht hat, auch Stuhlreste,
00:24:29: dass sowohl diese Höhlenbewohner, die eben diese Paleo-Diet aus Fleisch, aus Knollen und
00:24:37: aus Früchten hatten, dass die das ja wohl schon mit wilden Getreide ergänzt haben.
00:24:41: Also da gibt es wirklich so, dass man so Lagerplätze gefunden hat von Jägern und Sammlern, wo die
00:24:48: mit einfachen Sichlin quasi regelmäßig Gräser geerntet haben, man hat auch Mahlsteine gefunden,
00:24:54: mit Resten von Weizen und Gersten und man vermutet auch, dass sie an den Feuerstellen schon so was
00:25:01: wie Fladen so eine Art Brot gebacken haben und damit ist irgendwie so dieser Mythos von Paleo,
00:25:07: die haben nur Fleisch und Gemüse gegessen, auch ein bisschen aufgelöst, also das fand ich auch
00:25:15: recht spannend. Und vielleicht noch passend dazu auch die Hülsenfrüchte, also diese Linsen,
00:25:22: diese Erbsen, diese Kichererbsen, die gehören ähnlich wie das Getreide zu den ältesten
00:25:28: angebauten Nahrungspflanzen. Vor etwa 10.000 Jahren sind ja die Menschen sesshafter geworden,
00:25:36: haben angefangen Getreide anzubauen und da waren auch die Hülsenfrüchte schon dabei.
00:25:41: Also von diesem Übergang der Jäger und Sammler zum sesshaften haben auch die Hülsenfrüchte
00:25:50: schon eine große Rolle gespielt. Der Vorteil von den Hülsenfrüchten ist, die haben spezielle
00:25:55: Bakterien an ihren Wurzeln, wo sie quasi den Stickstoff, der im Boden ist, aus der Luft binden
00:26:02: und in Aminosäuren und damit in wertvolles Protein verwandelt. Und das haben die Menschen auch schon
00:26:10: erkannt, dass ihnen das gut tut, dass sie davon sehr satt sind, dass sie sich da gut entwickeln,
00:26:18: dass das sehr, sehr nahhaft ist. Und letztendlich sind all diese Dinge, die wir essen, sind letztendlich
00:26:28: Blütenpflanzen und die Forscher haben sich dann auch so den Spaß gemacht und haben eine typische
00:26:33: Mahlzeit von McDonald's, ein bisschen analysiert, was ist da drinnen? Weizen, Zwiebeln, Knoblauch,
00:26:40: Salat, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Pfeffer, die Sojabohnen, der Kaffee und auch mit so einem
00:26:50: Essen, den man jetzt vielleicht skeptisch gegenübersteht, aber wenn man da diese weltweit
00:26:56: verstreute Nahrungsgeschichte anschaut, sind da rund 20 Blütenpflanzen drinnen. Also das
00:27:03: alles gibt auf unserer Welt, wird entsprechend verarbeitet und für mich ist so die Kernaussage
00:27:10: von diesem Buch, dass wir alles Essen sind, dass sich auch unser Darm entsprechend angepasst hat,
00:27:18: dass eben durch das Kochen die Nahrung bekömmlicher ist, wir nicht wie die Kuh für Mägen brauchen,
00:27:25: wo das alles fermentiert und umgewandelt wird. Also für mich war das Buch super spannend, der
00:27:31: Anfang aller Köstlichkeit ist jetzt nicht ein klassischer Ernährungsratgeber, sondern es ist
00:27:37: ein, ja sowas wie ein Schatzkästchen mit ganz vielen Geschichten und Geschichten, die wir auch
00:27:43: nutzen können, um unsere Arbeit vielleicht ein bisschen zu vertiefen, interessanter zu machen,
00:27:49: denn ein oder anderen Aspekt einmal einzubringen, gerade wenn immer so Diskussionen sind, ja,
00:27:55: müssen sich jetzt alle Menschen vegan ernähren oder wie ist das mit dem Salz? Also wenn wir
00:28:00: Ernährung oder das Essen erklären wollen, geht es nicht nur um Kalorien, um Tabellen, um Gramm,
00:28:09: um Kilos, sondern für mich geht es viel mehr darum zu zeigen, Essen ist Geschichte, Essen ist auch
00:28:18: Kultur und Essen ist auch Evolution, das heißt Dinge dürfen sich auch verändern und ich habe ja den
00:28:25: Luxus, dass ich mich jetzt seit 35 Jahren fast ausschließlich dem Thema Essen und Ernährung
00:28:31: widme und allein in diesen 35 Jahren hat sich auch so viel verändert. Wie ich studiert habe,
00:28:38: haben wir über die vegetarische Ernährung diskutiert, heute gibt es auch schon viele
00:28:44: Menschen, die sich vegan ernähren, die auch super gesund sind, weil wir auch gelernt haben, wie
00:28:50: macht man es richtig und genau das finde ich, macht Beratung auch lebendig, macht das Thema
00:28:57: Essen Ernährung auch über Jahrzehnte interessant und obwohl ich mich seit 35 Jahren mit dem Thema
00:29:05: Essen beschäftige, war das Buch wirklich eine Quelle an neuen Informationen. Markus Bennemann
00:29:12: schafft es auch, das sehr gut lesbar zu schreiben, mit viel Humor und ich kann dir das Buch wirklich
00:29:20: empfehlen, vor allem wenn du Lust hast, auch mehr Hintergründe oder solche Geschichten in
00:29:26: deiner Arbeit zu nutzen und kleiner Hinweise in meiner Ausbildung zur integrativen Ernährungsexpertin
00:29:33: lernst du, wie du eben fundiert das Wissen, die Kombination aus Ernährungswissenschaft,
00:29:39: traditionell chinesischer Medizin, Ernährungspsychologie, wie du das kombinierst und vor allem,
00:29:45: wie du Geschichten erzählst, wie du mit Bildern arbeitest, wie du mit Metaphern, mit Vergleichen
00:29:53: sehr rasch Verständnis schaffst, weil ich glaube zutiefst daran, wenn Menschen Zusammenhänge
00:30:00: verstehen, wenn wir ihnen gute Argumentationen liefern, dann treifen sie bessere S-Entscheidungen
00:30:07: und darum geht es letztendlich, dass Menschen Informationen bekommen, Zusammenhänge verstehen,
00:30:13: dass wir sie gut entspüren bekommen und dass sie für sich dann selbst entscheiden, dass
00:30:20: sie mehr Obst und Gemüse essen, um das Vitamin C zu bekommen, dass sie vielleicht mit Salz
00:30:26: ein bisschen vorsichtig sind und frisch kochen, statt immer noch Käsebrote zu essen und
00:30:32: ja, Getreide macht nicht dick, Getreide hat viele Vorteile, Hülsenfrüchte liefern wertvolles
00:30:39: Eiweiß, was vor allem für die vegane Ernährung wichtig ist und mit Geschichten wird das
00:30:46: noch lebendiger.
00:30:47: Ja, ich hoffe, das war ein schöner Ausflug in vier Milliarden Jahre menschliche Evolution,
00:30:57: empfiehle die Folge gerne weiter, hol dir vielleicht das Buch, ich selbst habe es mir
00:31:01: aus der Bibliothek geholt, ich lese etwa 100 Bücher im Jahr und meine Wohnungen werden
00:31:08: nicht groß genug, um all diese Bücher zu speichern, also ich liebe es auch Bibliotheken
00:31:13: zu besuchen und mir von dort etwas auszuborgen, das ist ein kleiner Tipp für dich, ich gebe
00:31:18: dir aber in die Shownote den Link zum Buch und Untertitel ist auch, wie die Natur unsere
00:31:25: liebsten Speisen, Getränke und Gifte erfand, es geht auch um Genussmittel, es ist wirklich
00:31:32: super spannend und ich kann es dir sehr empfehlen und wenn du tiefer in die integrative Ernährung
00:31:39: eintauchen willst, hol dir meine Kostprobe, ganz einfach zu finden auf meiner Website www.integrative-ernährung.com/kostprobe.
00:31:55: Alles Liebe für dich, schön, dass du da warst.
00:31:58: Hol dir direkt noch mehr Tipps auf den Teller und damit in dein Leben, in der nächsten
00:32:03: Folge von Kost und Regie, integrative Ernährung für ein gesundes Leben und auch auf www.integrative-ernährung.com/kostprobe.
00:32:14: Hier findest du Dr.
00:32:15: Claudia nicht als Akademie für integrative Ernährung und mehr, zum Beispiel welchen
00:32:20: Background Claudia hat, wie ihr eigener Weg war, was das alles mit der Lindenstraße
00:32:25: und Mexiko zu tun hat.
00:32:27: Na neugierig geworden, integrative-ernährung.com/kostprobe.
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